Verteidigungsministerium: Russland kündigt Getreidedeal mit Ukraine auf

Im Ausland Nach Angaben des Verteidigungsministeriums

Russland steigt aus Getreidedeal mit der Ukraine aus

Russland hört auf, sich an Abkommen über ukrainische Getreideexporte zu beteiligen

Russland hat die Teilnahme an einem ukrainischen Getreideexportgeschäft nach einem Drohnenangriff auf seine Schwarzmeerflotte auf der annektierten Halbinsel Krim ausgesetzt. Das teilte das Verteidigungsministerium in einem Telegramm mit.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums will sich das Land nicht mehr an dem Abkommen über den sicheren Getreideexport aus der Ukraine beteiligen. Die Vereinbarung wurde vor dem Hintergrund der Nahrungsmittelknappheit in verschiedenen Teilen der Welt getroffen.

RRussland hat nach einem Drohnenangriff auf der Krim ein Abkommen über den Transport von ukrainischem Getreide aus Häfen am Schwarzen Meer ausgesetzt. Grund seien “Terroranschläge” auf die Schwarzmeerflotte in Sewastopol, teilte das Verteidigungsministerium am Samstag in Moskau mit. Das Ministerium warf der britischen Marine vor, Anweisungen für den Beschuss der Halbinsel mit Drohnen gegeben zu haben. Nach russischen Berichten wurde auch eine Mine beschädigt.

Russland droht seit Wochen damit, den Getreidedeal zu beenden, der seit Sommer ukrainische Lebensmittel wieder auf den Weltmarkt bringt. Vor einigen Tagen beschwerte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj darüber, dass Russland die Durchfahrt von mit Getreide beladenen Schiffen blockiert. Er betonte die Bedeutung dieser Exporte im Kampf gegen den Welthunger.

Obwohl der Krieg die Exporte weiterhin behindert, sagte Selenskyj kürzlich, dass die Ukraine seit Inkrafttreten des Getreideabkommens fast acht Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Seeweg exportiert habe. 60 Prozent gingen nach Afrika und Asien.

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seinem täglichen Online-Video, die Entscheidung zur Suspendierung sei „nicht erst heute getroffen worden“. „Russland begann im September, die weltweite Nahrungsmittelknappheit zu erhöhen, und es begann, die Bewegung von Schiffen zu blockieren, die unsere landwirtschaftlichen Produkte transportieren.“ Laut Selenskyj wurden bereits mindestens 176 Schiffe mit mehr als zwei Millionen Tonnen Getreide von Moskau abgesperrt.

Selenskyj forderte eine „kräftige internationale Reaktion“. US-Präsident Joe Biden nannte Moskaus Entscheidung vor Journalisten „einfach empörend“. „Dafür gibt es keinen Grund“, sagte er. Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates in Washington sagte zuvor, Moskau setze erneut Lebensmittel als Waffe ein.

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba kritisierte die Aussetzung des Abkommens. Unter einem Vorwand blockiert Moskau Transporte, die “Ernährungssicherheit für Millionen Menschen bedeuten”. Kuleba schrieb am Samstagabend auf Twitter. „Ich fordere alle Staaten auf, dass Russland seine ‚Hunger Games‘ beendet und zu seinen Verpflichtungen zurückkehrt.“ Die Ukraine warnt seit langem davor, dass Moskau aus dem Deal aussteigen könnte.

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Die Vereinten Nationen haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der Deal weitergeführt wird. „Wir stehen in dieser Angelegenheit mit den russischen Behörden in Kontakt“, hieß es. „Alle Parteien müssen unbedingt alles unterlassen, was das Getreideabkommen untergraben könnte, eine wichtige humanitäre Initiative, die sich positiv auf den Zugang zu Nahrungsmitteln für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt auswirkt.“

In jüngerer Zeit hat Russland damit gedroht, das Getreidegeschäft zu kündigen und die ukrainischen Häfen erneut einzufrieren, weil nach Ansicht Moskaus Versprechen an Russland nicht erfüllt wurden. Auch der Sprengstoff, der beim Angriff auf die Krim-Brücke verwendet wurde, wurde Berichten zufolge auf dem Seeweg aus der Ukraine geschmuggelt. Nach dem Angriff hat Russland seine Raketenangriffe auf die Ukraine massiv verstärkt – insbesondere auf die Energieinfrastruktur.

Im Juli stimmte Russland, vermittelt durch die Vereinten Nationen und die Türkei, Getreideexporten zu, drohte aber immer, den Viermonatsvertrag zu kündigen. Moskau beklagt seit langem, dass ein Teil des Sommerabkommens nicht umgesetzt wurde. In dem Abkommen stimmte Russland zu, seine Blockade der ukrainischen Häfen für Getreideexporte zu beenden, suchte aber stattdessen Erleichterungen für seine eigenen Exporte von Düngemitteln und Nahrungsmitteln. Sowohl Russland als auch die Ukraine sind wichtige Getreideexporteure und verdienen Milliarden mit Exporten.

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