“Letzte Generation”-Aktivisten rechtfertigen sich für Kartoffelbrei-Aktion

Glaubst du wirklich, dass du mit solch drastischen Aktionen Menschen erreichen kannst?

Alle anderen Möglichkeiten sind ausgeschöpft. Wir haben in den letzten Jahren viel ausprobiert. An „Fridays for the future“ waren wir mit 1,4 Millionen Menschen auf der Straße, wir sind zum Parlament gegangen und haben protestiert. Und all das führte letztlich zu einem verfassungswidrigen Klimaschutzpaket. Wir müssen in den nächsten zwei bis drei Jahren handeln und wir wollen Druck auf die Politik ausüben, indem wir ständig den Alltag stören.

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Lilly Schubert aus "Letzte Generation": "Wir machen weiter!"
Lilly Schubert aus „The Last Generation“: „Wir machen weiter!“ (Quelle: Stefan Müller)

Aber glauben Sie, dass die Politik davon betroffen sein kann?

Ziel ist es zunächst, dass die Bundesregierung einfache und schnell umsetzbare Sicherheitsmaßnahmen wie die Einführung eines Tempolimits und die Fortführung des 9-Euro-Tickets beschließt. Eines ist ganz klar: Wir sind nicht erfolgreich, indem wir eine Debatte anzetteln oder in den Medien stehen. Wir sind nur dann erfolgreich, wenn es uns gelungen ist, dafür zu sorgen, dass sich unser Klima nicht komplett umkehrt. Damit unsere Lebensgrundlage, unser Planet, nicht komplett zerstört wird. Und im Moment sieht es so aus, als wäre genau das passiert.

Allerdings übertrumpft negative Kritik Ihr Handeln in der Außenwahrnehmung. Viele glauben, dass ein solcher Aktivismus nutzlos ist.

Was wir in den letzten Monaten erreicht haben, ist ein erster Schritt. Mit unserer Kampagne „Save Food, Save Lives“ ermöglichten wir den Beginn einer nationalen Diskussion über das Save Food Act. Seit Jahren gelingt es uns, diese Themen auf höchster Ebene der Politik und in der Bundesregierung zu diskutieren – deutschlandweit. Das regt uns furchtbar auf. Gleichzeitig ist es enttäuschend, wie unfair unsere Zukunft zerstört wird. Ich bin 24 Jahre alt und weiß, dass es mit 40 oder 50 Jahren nicht mehr sicher ist, dass ich genug Trinkwasser aus unseren unterirdischen Wasservorkommen in Deutschland habe.

Wäre es nicht besser, wenn sich Menschen zusammentun würden, um das Klima zu schützen? Lösen Straßensperren nicht genau das Gegenteil aus?

Der Druck unseres Handelns macht vielen Menschen Sorgen. Aber die Popularität einer Bewegung war historisch gesehen ein kleiner Faktor dafür, wie erfolgreich sie war.

Also nehmen sie den Zorn der Autofahrer hin.

Ich kann die Wut der Leute total verstehen. Niemand steht gerne im Stau. Ebenso unbequem ist es für uns in der Situation, wenn wir auf der Straße sitzen. Das macht keiner gerne. Das zeigt die unglaubliche Verzweiflung, mit der wir uns entscheiden, in diese Situation zu gehen. Wir sehen aber auch, dass wir mehr Zuspruch bekommen. Die Menschen in Deutschland wissen wirklich, dass wir uns in einer Krisensituation befinden. Schließlich wollen wir auf einem Planeten leben, auf dem wir uns die nächsten 20 bis 30 Jahre nicht um Nahrung streiten müssen. Wir sind uns sicher: Im tiefsten Inneren würden sich auch die Menschen im Stau für Menschlichkeit entscheiden, um ihre Familien in den kommenden Jahren ernähren zu können. Das Problem ist jedoch, dass alles stagniert, weil die Bundesregierung nicht entsprechend gehandelt hat. Stattdessen reichen sie Maßnahmen an Einzelpersonen weiter, nach dem Motto: “Jetzt muss ich kälter duschen.”

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