Fußball-WM 2022 in Katar – Spieler unter Druck gesetzt, kritische Fans bedrängt

Stand: 29.11.2022 23:01 Uhr

Irans Spieler sangen vor dem Spiel gegen die USA bei der WM in Katar die Nationalhymne. Den Familien der Spieler soll Folter und Haft angedroht worden sein. Wichtige Fans wurden rund um das Spiel belästigt.

Inhaftierung und Folter seiner Angehörigen seien ein Thema, wenn sich der WM-Spieler nicht “benehme”, berichtete der amerikanische Sender unter Berufung auf Sicherheitsteams in der Nähe der WM-Spiele. Wenn sich die Spieler einem politischen Protest gegen die Regierung anschließen oder die Nationalhymne erneut nicht singen, müssen ihre Angehörigen solche Konsequenzen befürchten.

Nach einer kollektiven Stille beim 6:2-Sieg gegen England sangen die Spieler beim 2:0-Sieg gegen Wales im Rückspiel und im Spiel gegen die USA gemeinsam. Der iranische Manager drückte in einer Pressekonferenz vor dem ersten Spiel seine Solidarität mit den landesweiten Protesten gegen das iranische Regime aus. Das Spiel am Dienstagabend gegen die USA war allerdings politisch aufgeladen.

5.000 iranische Truppen in Katar

ARD-Reporterin Katharina Willinger berichtete im Mittagsmagazin, dass 5.000 Soldaten des katarischen Regimes in Katar präsent seien, um wichtige Anhänger zu überwachen und zu beeinflussen – zum Beispiel Menschen aus dem Iran, die in anderen Ländern leben. Und sie sollten eine Liste mit den Namen der Fans erstellen, die sie kritisieren.

Nach dem Spiel gegen die USA wollte ein Fan mit dem TV-Sender sprechen. Der Mann trug ein T-Shirt “Frauen! Leben! Freiheit!” (“Frauen, Leben, Freiheit!”) und er konnte nicht sprechen. Er wurde von iranischen Fans, die angeblich mit Nationalflaggen dastanden, schwer beschimpft und angegriffen. Zuvor gab es im Stadion kleine Protestzeichen: Ein Anhänger hisste eine iranische Flagge mit abgeschnittenem Staatswappen. Es wird berichtet, dass der Fan daran gehindert wurde, ein Plakat mit dem Namen Mahsa Amini hochzuhalten. Ein Unterstützer trug ein Trikot mit Mahsas Namen darauf. Schon vor dem Spiel gab es Streit, der Fan solle Bilder von Amini abgeben – an die katarischen Sicherheitskräfte.

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Laut vielen Berichten sollen die katarischen Behörden jedoch eingreifen: Bei zwei weiteren Spielen wurden wichtige Fans aus dem Stadion entfernt. Daher berichten einige Follower von den Ermittlungen der katarischen Behörden. Auch Journalist Willinger berichtete der Sportschau, die Regierung habe den Sieg gegen Wales für Siegesfeiern genutzt und gleichzeitig dafür gesorgt, dass Demonstranten mancherorts erschossen wurden.

Ein Mann hält eine iranische Flagge mit ausgeschnittenem Staatswappen hoch

Proteste seit dem Tod einer Frau in Polizeigewahrsam

Seit die Kurdin Mahsa Amini am 16. September von einem sogenannten Polizeideputierten festgenommen wurde, weil sie irrtümlich ein Kopftuch (“Hijab”) trug, und später im Krankenhaus starb, kommt es in vielen Städten Irans zu Protesten, Regierungstruppen streiken . zu ihm über Menschen, die vorher sehr schwierig sind.

Die Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights hat seit dem 19. November 448 Tote gezählt, darunter 60 Kinder und 29 Frauen, obwohl die Organisation glaubt, dass die tatsächliche Zahl höher ist.

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“Vielen Dank“- “Frau, Leben, Freiheit!”

Sport spielt bei den Protesten im Iran eine große Rolle. Viele Sportler legten ihren Hijab, ein im Iran obligatorisches Kopftuch, ab – manchmal mit schlimmen Folgen, wie Spionin Elnaz Rekabi. Viele männliche Athleten solidarisierten sich mit Frauen, die für mehr Rechte kämpften. Demonstranten skandieren wie andere Fans im Stadion: “Zan zendegi azadi” (“Frau, Leben, Freiheit!”). Der Slogan war oft auf katarischen Hemden und Flaggen zu sehen – auch dagegen sind katarische Behörden vorgegangen.

Laut der Nachrichtenagentur AFP soll diese Praxis abgeschafft werden. Nach Angaben der FIFA lässt sie nun bestimmte Zeichen der Unterstützung für den Protest des Iran zu. “Die FIFA erlaubt Botschaften, die die Menschenrechte fördern, und die Position der FIFA ist, dass ‘Woman, Life, Liberty’ oder der Name oder das Bild von Mahsa Amini in den Stadien erlaubt sind.”laut einer Antwort auf eine Nachricht im Beschwerdeforum der FIFA.

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