Entdeckung im Weltraum: Forscher spüren bislang erdnächstes Schwarzes Loch auf

Mit der neuen Methode
das nächstgelegene Schwarze Loch gefunden

Schwarze Löcher faszinieren nicht nur Experten. Die neueste Entdeckung ist, dass es nicht einmal 1600 Lichtjahre von der Erde entfernt ist und damit dem Heimatplaneten am nächsten ist.

In einer Entfernung von weniger als 1600 Lichtjahren von der Erde haben Wissenschaftler den bisher nächsten Kandidaten für ein Schwarzes Loch gefunden. Das Objekt umkreist einen Stern im Sternbild Schlangenträger, der unserer Sonne ähnelt, berichteten sie im Fachblatt „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“. Es gebe kein plausibles astrophysikalisches Szenario, „das Umlaufbahnen erklären kann und nichts mit Schwarzen Löchern zu tun hat“. Mit der neuen Methode hofft das Team, in den kommenden Jahren weitere Entdeckungen dieser Art zu machen.

Schwarze Löcher haben konzentrierte Masse in einem sehr kleinen Volumen. Supermassive Versionen sind wahrscheinlich im Zentrum aller großen Galaxien zu finden, wie Wissenschaftler um Kareem El-Badry vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg und dem Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge erklärten.

Schwarze Löcher mit Sternmassen – etwa der fünf- bis hundertfachen Masse der Sonne – kommen häufiger vor. Schätzungen zufolge gibt es allein in der Milchstraße 100 Millionen von ihnen – nur wenige wurden bisher bestätigt. Dies sind normalerweise aktive Objekte, die im Röntgenlicht hell leuchten. Das Schwarze Loch, das nun entdeckt zu sein scheint, ruht hingegen – was es schwieriger macht, es zu finden.

Ein kleiner Positionswechsel

Dabei nutzten die Forscher Daten der Raumsonde „Gaia“ der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) sowie gezielte Messungen durch Teleskope. Eine kleine Verschiebung der Position des Sterns zeigt die Anwesenheit eines Begleitobjekts. Das Schwarze Loch „Gaia BH1“ sei weniger als halb so weit entfernt wie das nächste bekannte Objekt, hieß es. Er hat eine Masse von etwa zehn Sonnenmassen und umkreist einen sonnenähnlichen Stern mit einer Umlaufzeit von 185,6 Tagen und etwa dem durchschnittlichen Abstand zwischen Erde und Sonne.

Die astrometrische Mission „Gaia“ ist für hochpräzise Messungen von Sternpositionen konzipiert. Wo zwei Objekte einander umkreisen, beschreibt jedes normalerweise eine kleine Ellipse am Himmel. Mit den Bahndaten sogenannter Doppelsternsysteme suchen Wissenschaftler gezielt nach Kandidaten für Schwarze Löcher.

„Obwohl es viele angebliche Entdeckungen solcher Systeme gibt, wurden fast alle widerlegt“, erklärte El-Badry. „Dies ist der erste eindeutige Nachweis eines sonnenähnlichen Sterns in einer weiten Umlaufbahn um ein Schwarzes Loch mit stellarer Masse in unserer Galaxie“, sagte er. Ein Lichtjahr ist die Entfernung, die das Licht im Vakuum in einem Jahr zurücklegt: 9,46 Billionen Kilometer.

(Dieser Artikel wurde erstmals am Dienstag, den 08. November 2022 veröffentlicht.)

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