Döbeln: In Leisnigs Bibliothek gibt es Pettersson und Findus jetzt auf Ukrainisch

Pettersson und Findus sind jetzt auf Ukrainisch in Leisnigs Bibliothek erhältlich

Ein Koffer voller Bücher – so heißt ein vom Goethe-Institut gefördertes Projekt. Davon können auch die Leisniger Bibliothek und vor allem die in der Stadt lebenden Geflüchteten profitieren. 91 sind derzeit gelistet.

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3 Minuten

Bücher in ukrainischer Schrift sind ab sofort in der Bibliothek in Leisnig ausleihbar.

Bücher in ukrainischer Schrift sind ab sofort in der Bibliothek in Leisnig ausleihbar.
© Lutz Weidler

Leisnig. Die Schüler von Viktoria Yevtushenko waren erstaunt. Während Mädchen und Jungen aus Flüchtlingsfamilien inzwischen den größten Teil des Tages mit deutscher Schrift um sich herum haben, entdeckten sie am Donnerstag in der Bibliothek der Stadt Leisnig eine Vielzahl von Büchern mit den bekannten ukrainischen Schriftzeichen.

Die Freude über diese besondere literarische Bereicherung war auch bei der Bibliothekarin Kerstin Otto und der Mitarbeiterin Konstanze Eulitz spürbar. Die Augen der beiden Frauen weiteten sich, als der Postbote ein großes Paket Bücher auf Ukrainisch brachte.

Für jedes Alter ist etwas dabei

Namhafte Autoren wie Sven Nordqvist, der Erfinder von Pettersson & Findus, nun in der eher ungewohnten Schreibweise zu sehen, waren anfangs gewöhnungsbedürftig. Aber weil die Illustrationen die gleichen sind wie die Literatur in den Kinderbuchregalen in Leisnigers Bibliothek, haben sich die meisten Titel sofort angeklickt.

Eltern, die ihren Nachwuchs bei der Leihe begleiten, dürfte es genauso gehen. Für die meisten muss es schon länger her sein, dass sie in der Schule Russisch gelernt haben – wenn überhaupt. Es ist auch nicht dasselbe wie Ukrainisch.

Viktoria Yevtushenko hilft Flüchtlingskindern im Alter zwischen sechs und 16 Jahren, Deutsch zu verstehen und zu sprechen, sodass sie sich in reguläre Klassen integrieren können. Seit März arbeitet die Hochschullehrerin und Übersetzerin unter anderem an der Peter-Apian-Schule in Leisnig.

Ja, ein Koffer voller Bücher

Am Donnerstag stand Viktoria Yevtushenko als Vermittlerin zwischen ihren Studenten und den Bibliothekaren zur Verfügung. Denn ab sofort können rund 50 Bücher auf Ukrainisch ausgeliehen werden. Möglich wurde dies dank eines von der Leisniger Stiftung beantragten und beauftragten Förderprojekts.

„Das Projekt heißt ‚Ein Koffer voller Bücher‘ und geht auf eine Initiative des Goethe-Instituts zurück“, erklärt Kerstin Otto. Dieses wiederum wurde vom Deutschen Bibliotheksverband und dem Ukrainischen Buchinstitut unterstützt und vom Auswärtigen Amt finanziert.

Die bereitgestellten Kinderbücher sind für Mädchen und Jungen von der Vorschule bis zur siebten Klasse geeignet. Es gibt auch zwei Kinderbücher. Zur Vorstellung des neuen Angebots brachte Kerstin Otto sogar einen Koffer von zu Hause mit. Als er zu Otto zurückkehrt, liegen die Bücher neben der Lesecouch in der Kinderbuchabteilung.

Der Praktikant kümmert sich um den Eingang für die Neuankömmlinge

Wie die anderen Titel sind auch die ukrainischen Bücher mit einem farbigen Etikett entsprechend der Altersempfehlung auf der Rückseite und einer Zusammenfassung des Inhalts versehen. Außerdem mussten die Neuzugänge wie jedes andere Buch in die Computertechnik importiert und barcodiert werden.

„Colleen Bumke nahm das alles kurz auf“, sagt die Leiterin der Bibliothek. Die 16-jährige Abiturientin macht derzeit ein Praktikum bei der Stadtverwaltung Leisnig. Die Tatsache, dass sie derzeit in der Bibliothek arbeitet, ist für die Mitarbeiter eine Erleichterung. Schließlich gab es gerade genug Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Der nächste bereitet sich auf das Weihnachtsmarktwochenende vor.

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